Lehm und Tod

Haltung

Meine Arbeit beginnt dort, wo Erklärungen aufhören. Ich möchte Tod und Abschied nicht auflösen, sondern eine Möglichkeit schaffen, ihnen zu begegnen: mit Kunst, mit Material und mit den eigenen Händen. Ich verstehe mich nicht als jemand, der Urnen herstellt, sondern als jemand, der Menschen durch einen der intensivsten Momente ihres Lebens begleitet — davor, mittendrin, danach.

Der Tod zweier enger Freunde und eine schwere Erkrankung haben meinen Blick verändert. Sie waren der Anlass, mich intensiver mit Vergänglichkeit auseinanderzusetzen.

Was daraus entstanden ist, trägt meine Arbeit bis heute.

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Wenn ich Lehm in die Hand nehme, ist sofort etwas da: Gewicht, Feuchtigkeit, Widerstand. Ich kann formen, korrigieren, wieder neu beginnen. Und trotzdem lässt sich das Material nicht vollständig kontrollieren. Genau das fasziniert mich daran.

Warum geben wir den Tod häufig aus der Hand, obwohl er so persönlich ist? Wie können wir uns ihm nähern, bevor wir mitten in einem Abschied stehen? Und was kann Kunst dort tun, wo Erklärungen an eine Grenze kommen? Die Antworten habe ich im künstlerischen Prozess gefunden. Sie liegen im Material und im eigenen Tun. Wir können Lehm anfassen, Druck ausüben, eine Form verändern, etwas verwerfen und neu beginnen. Aus einem Gedanken wird eine Handlung. Und aus einer Handlung etwas, das vor uns steht.

Die Reduktion auf natürliche Materialien erzeugt dabei eine Atmosphäre von Ruhe. Ich möchte den Tod nicht schönreden und nicht erklären. Ich möchte ihm eine Form geben, mit der wir uns auseinandersetzen können. Es braucht neue Rituale für den Abschied, neue Formen im Umgang mit dem Tod, die das Leben stärken.

Daraus sind vier Formen entstanden, mit einer Frage dahinter: Wie kann Kunst Menschen helfen, loszulassen — und dadurch bewusster zu leben?