Den Tod gemeinsam gestalten

Das gemeinsame Projekt

Wenn eine Unikat-Urne Ihnen nahekommt, Sie sich aber etwas noch Persönlicheres wünschen, entsteht sie in einem gemeinsamen Projekt. Am Anfang steht nicht die Urne, sondern der Mensch, um den es geht. Wir sprechen über das, was ihn ausmacht: Erinnerungen, Eigenheiten, Orte, Materialien, vielleicht eine Farbe oder eine Pflanze. Daraus entwickelt sich Schritt für Schritt eine Idee und aus der Idee eine Form.

Ein gemeinsames Projekt kann zu Lebzeiten beginnen oder mit Angehörigen nach einem Tod. Entsteht die Urne gemeinsam mit dem Menschen, um den es geht, hat die Arbeit eine sterbebegleitende Qualität. Entsteht sie mit den Hinterbliebenen, eine trauerbegleitende.

Manche möchten selbst mit dem Lehm arbeiten, andere erzählen und überlassen mir die Gestaltung — in einem sicheren, geschützten Rahmen und ohne dass jemand gestalterisch können muss. Wie viel Mitwirkung richtig ist, entscheidet sich nicht nach einem festen Ablauf, sondern im gemeinsamen Prozess.

Oft sind es kleine Dinge, die eine Urne wirklich persönlich machen: eine Struktur, ein Name, Blätter aus dem eigenen Garten, ein Handabdruck. Solche Details sind keine Dekoration. Sie werden Teil der Form und damit Teil der Geschichte des Objekts.

Hat ein Mensch zu Lebzeiten seine Hand in den feuchten Lehm gedrückt, können die Angehörigen beim Tragen ihre Hände genau dort hineinlegen. Sie gehen den letzten Weg Hand in Hand.

Es muss auch nicht bei der Urne bleiben. Ein Grabobjekt kann dazukommen, Erinnerungsobjekte für die Hinterbliebenen, eine eigene Symbolik. Was entsteht, trägt dieselbe Handschrift.

Mehr erfahren

Jede Urne ist das Ergebnis intensiver Beratung und Auseinandersetzung. Wir sprechen darüber, für wen sie entsteht. Was hat diesen Menschen ausgemacht? Was war ihm wichtig? Welche Dinge verbinden andere sofort mit ihm — ein Material, eine Farbe, ein Name, eine Eigenheit, bei der alle sofort wissen, was gemeint ist?

Die Antworten sind mein Ausgangspunkt. Meine Arbeit beginnt nicht mit nachträglich personalisierten Urnen, sondern mit dem Menschen, den diese Urne trägt. Das bedeutet: zuhören, verstehen, auswählen, reduzieren und daraus eine einzigartige Form entwickeln.

Ich bringe meine Erfahrung mit Material und Form mit. Die Menschen bringen etwas mit, das ich niemals ersetzen kann: Beziehung, Erinnerung, Intimität. Während des Prozesses entsteht dabei eine Beziehung, kein einzelner Termin, und die Zeit der Entstehung ist selbst schon Teil der Bewältigung.

Die Abstimmung mit dem Bestattungsinstitut übernehme ich. Ich sorge dafür, dass die gestalterischen Wünsche dort ankommen und umgesetzt werden. Sie müssen das nicht selbst vertreten. Auf Wunsch begleite ich auch die Präsentation der Urne bei der Trauerfeier und die Gestaltung des Grabes.